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gefördert durch: Kulturstiftung
des Bundes, 2004 "Sehr geehrte Damen und Herren, auf unseren großen Frühjahrs-Auktionen
versteigern wir im Auftrag privater und kommerzieller Grundstückseigentümer
der TLG Niederlassungen Sachsen und Inspiriert von vierteljährlich erscheinenden Immobilien- Versteigerungskatalogen,
die den Ausverkauf von Grundstücken, Häusern und Gebäuden
aller Art in der ehemaligen DDR vornehmen, begeben wir uns seit Winter
2001 auf die Reise. Immer wieder fuhren wir über Land und suchten
die meist unspektakulären, überwucherten und brachliegenden
Niemandsländereien aus den Katalogen auf. Landschaften und unbebaute
Flächen, die auf uns grosse Suggestiv kraft in Hinblick auf gestalterische
-künstlerische und dysfunktional-architektonische - Maßnahmen
besitzen, fotografierten wir.
In einem ersten Schritt werden in den diesjährigen Auktionen (Sommer/Herbst
2004) bis zu sieben, uns interessant erscheinende unbebaute, nicht allzu
grosse und billige Flächen ersteigert werden. Diese, relativ weit
von einander entfernten Brachen, z.B.: auf Rügen, bei Leipzig, auf
dem Rennsteig etc. werden nach unserer eingehender Untersuchung mit einer
gemeinsam erarbeiteten künstlerischen Intervention belegt. Dabei
lassen wir uns von der jeweiligen Situation vor Ort, seiner Umgebung,
seiner Historie, seiner bisherigen Nutzung, seiner landschaftlichen, urbanistischen,
sozialen Konsistenz inspirieren. Wir geben dem Unort' durch die
Installationen eigene Identität, Wert und Poesie. Die Flächen,
Seitenstreifen von Straßen oder Bahnstrecken, brachliegende Äcker
und Feldrudimente werden als pars pro toto gesehen, als Teil der Konkursmasse
Ost, die keinen Wert mehr zu haben scheint. Diese, teils ruralen, teils
urbanen Nicht Orte'werden durch unsere künstlerischen Interventionen
wieder belebt: Sich auf den jeweiligen Kontext beziehend,zeigen sie als
Statthalter für die momentane - sich scheinbar stabilisierende -
Situation zwischen Ost und West einerseits das Dilemma und andererseits
den Esprit und zu erhaltenden Wert. Wichtig ist uns auch der gedankliche
Verweis auf die Komplexität und Exklusivität von kunstimmanenten
Prozessen und Verfahren mit Kunst im öffentlichen Raum bzw. beauftragter
Kunst am Bau. Unser Projekt postuliert Autonomie; es ist ein freiheitlich
gesinntes, autonomes weil in der jeweiligen Umsetzung vor Ort juryfreies
Kunstprojekt. Interessant sind die Synergien vor Ort, die Gespräche
mit Bewohnern, Gemeinden, Passanten, Kulturvermitlern. Der Künstler Gordon Matta-Clark hatte 1973 unter dem Titel: Shuttle Geplant ist 2 x jährlich (über viele Jahre hinweg) eine ein- bis zweitägige Rundfahrt zu den Orten, ihrer Umgebung mit Führungen, Imbiss ecc. ähnlich einer Butterfahrt.
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